23.01.2016 12:21 Age: 4 yrs

Wintersegeln, nichts für schwache Nerven?

Ja, es stimmt, wer sich im Winter aufs Meer hinaus wagt, sollt wissen was er tut, einerseits kann es ein wunderschönes Erlebnis werden, aber auch Vorsicht und Planung ist geboten denn es kann auch schlimm enden.


Sicher ist, man sollte des Schwerwettersegelns kundig sein, denn wenn Wind, Welle und Strömung andrücken hilft Motoren nicht weiter, Segeln Kreuzen, Reffen Trimmen sind ständiger Begleiter.

Mitte Dezember machten vier XGate4You Mitglieder die „Probe auf Exempel“ und begaben sich auf Überstellungstörn von Biograd nach Pula.

Das Wetter war prinzipiell gut, im Winter bedeutet gut, Wind zwischen 30 und 40 Knoten, nicht kälter als 5° und kein Regen.

Diese Bedingungen waren gegeben. Drei Tage waren für die Überstellung anberaumt, Biograd –Molat, Molat - Mali Losinj, Mali Losinj – Pula waren die geplanten Abschnitte.

In Anbetracht dass es früh dunkel wird, sind Zeitmanagement und Disziplin und gute Planung gefragt. 
Es ist unbedingt zu berücksichtigen, dass speziell in kleinen Häfen keine Lokale offen haben, daher muss die Versorgung sichergestellt werden und dass bei Schiffen die Standheizung haben, trotz dieses Luxus zu bedenken ist, dass auch die beste Standheizung ausfallen kann. 


Gut vorbereitet  liefen wir aus dem Hafen Biograd Richtung Nord aus und setzten Segel. 
Mit der richtigen Planung navigierten wir zwischen den Inseln, bei optimalen Am Windkurs, unser angepeiltes Gate an der Nordspitz der Insel Dugi Otok mit dem Ziel Monat, an.

Der erste Abschnitt brachte die erwartete ruppige Fahrt, böiger Wind, Wechselspiel von Luv- und Leegierigkeit wollen beherrscht sein. Ruderdruck, Traveler nach Lee, Reffen...volles Programm, alle Erfahrung macht sich bezahlt, denn bei solcher Fahrt lässt sich die Verschiebung des Lateraldruckpunktes perfekt anwenden und auch üben.

 

In der Dämmerstunde erreichten wir unseren sichern Hafen Molat. Wie vermutet hatte außer einer kleinen Bar kein Lokal offen, also gab es Essen an Bord und einen gemütlichen Abend in „Seefahrer“ Manier unter Deck.

 

Der zweite Abschnitt bescherte uns konstanten Wind, der leicht nach Nordwest drehte, also Schönwetter war angesagt. Aber Nordwestwind bedeutete auch Kreuzen, das kostet Zeit und dessen waren wir uns bereits am Vorabend bewusst, daher hieß es früh raus und ehe baldigst ablegen.

 

Der zweite Schlag nach Mali Losinj war einer dieser wunderschönen Wintersegeltage. Stundenlang bei konstanten 25 bis 30 Knoten Wind die Segelfreuden voll genießen. Bei Dunkelheit liefen wir in Mali Losinj ein, es war ein besonderes Erlebnis an der Stadtmole als einziges Segelboot anzulegen und den Abend in der Hafenstadt zu genießen.

 

Am letzten Tag hatten wir über den Kvarner noch etwas Wind, doch an der Südküste Istriens war es dann aus mit dem Wind, mit Motor und guter Stimmung erreichten wir unseren Zielhafen, wir haben drei schöne und erlebnisreiche Tage am Meer verbracht und tolle Eindrücke unseres Sportes bekommen.

Der Eindruck, als einziges Segelschiff draußen zu sein, hat einen besonderen Reiz, das ist Segeln in seine ureigenen Form, außer den großen Fährschiffen und ab und an ein Fischerboot, begegnest du zu dieser Jahreszeit keinem „Schwein“ auf See.


Files:
IMG_4683.mp43.8 M