23.10.2015 23:03 Age: 4 yrs

Segeln und Wandern

Mit einem Katamaran in mediterrane Regionen


Ein neues Projekt der Naturfreunde, gemeinsam mit dem ASKÖ Segelverein Xgate4You, hatte heuer im Oktober seine Premiere.

Die beiden Wanderguides Robert Glock und Maria Gansch trafen sich mit der Wandergruppe und den Skippern in Kroatien und starteten dieses neue Programm.

 

Tagebuch:

Bereits zeitig in der Früh ging es mit dem Auto nach Biograd in die Region Zadar. Schon bei der Anreise präsentierte sich Kroatien als abwechslungsreiches mediterranes Land. Der Blick auf die zerklüftete Küstenlandschaft mit ihren vielen herrlichen Inseln zeigte sich nachdem wir den letzten Tunnel des Velebit Gebirges durchfahren hatten.

 

Am Hafen von Biograd angekommen, konnten wir unser Schiff begutachten - ein großer Katamaran, der mit seinem zentralen Salon und den Kojen sogleich ein maritimes Gefühl aufkommen ließ. Die Kojen waren nicht riesig, dennoch können zwei Personen ganz gut darin nächtigen. 

 

Da es ein stürmisch regnerischer Tag war, hatten wir keine Eile und  konnten in aller Ruhe die kleine Stadt Biograd besichtigen, noch Einkäufe tätigen und unser Quartier für die nächsten Tage beziehen.

Noch vor dem Abendessen gab es von unseren Skippern Rene Wunderl und Herbert Wiedner noch die Sicherheitseinweisung und die notwendigen Infos bezüglich des Schiffes.

 

Am Abend ging es in die Konoba Baba, wo uns Anna, die Wirtin des Hauses, mit herrlichen Spezialitäten aus der kroatischen Küche verwöhnte, ehe wir die erste Nacht auf dem Schiff verbrachten und überraschenderweise ausgezeichnet schliefen.

 

Am nächsten Morgen lockte uns der Duft frischen Kaffees aus den Betten - unsere Crew hatte uns ein reichhaltiges Frühstück bereitet, welches uns den Start in den Tag leichtmachte. Danach ging es aufgrund des starken Windes nicht per Schiff sondern mit dem Auto zur Stadtbesichtigung in die Regionshauptstadt Zadar.  
 Es gibt im historischen Stadtkern römische Ausgrabungen, alte Gasse und Bauten zu sehen. Beeindruckend sind auch der Hafen und die wohl größte Orgel der Welt. Das einzigartige Bauwerk - eine Wellenorgel - spielt ihre Melodie nur durch die Kraft der Wellen, die gegen die Mole gedrückt werden. 

 

Um die Mittagszeit lachte bereits die Sonne vom Himmel und wir beeilten uns unser Schiff zu erreichen. Wir liefen Richtung Süden aus und steuerten die Insel Zut an. In der Bucht Hiljaca machten wir vor dem Gasthaus Sabuni unser Schiff fest und legten die Wanderschuhe an. Über einen steinigen Weg ging es hoch zu einer kleinen Kirche und einem herrlichen Ausblick über die umliegenden Inseln.  Nach eineinhalb Stunden waren wir wieder bei unserem Boot und das durchaus warme Wetter lud mutige Wanderer zu einem kleinen erfrischenden Bad ein. Beim Abendessen besprachen wir das Programm des nächsten Tages und legten die Route fest. Das Barometer stieg und das Wetter schien schön zu bleiben, daher wollten wir möglichst früh zu unserem nächsten Ausgangspunkt, dem Ort Sali, gelangen. Der Abend war mit einer Kartenpartie recht lustig ausgeklungen und so wie in der vorangegangenen schliefen wir auch in dieser Nacht ausgezeichnet.  Wie geplant, ging es nach dem Frühstück sofort  Richtung Hafen Sali los, die Überfahrt dorthin dauerte circa eineinhalb Stunden.  Unsere Skipper setzten uns an der Hafenmole ab und wir machten uns auf den Weg. Ausgerüstet mit GPS und Kartenmaterial erklommen wir die sanften Hügel der äußeren Kornaten.  Der Weg war gut beschildert  und einer herrlichen Wanderung  bei bestem Wetter durch Olivenhaine, Karstlandschaft, mediterranen Heiden und kleinen Wäldern stand nichts im Wege. Die Tour war nicht anstrengend und dennoch belohnte uns dieser Tag mit beeindruckenden Panoramen und traumhaften Buchten des Naturparks Telascica, die zum Baden einluden.

Fast schon am Ziel angekommen, kehrten wir in der Mir Bucht in ein kleines Gasthaus ein und nahmen erfrischende Getränke zu uns.  So gestärkt führte unsere Route noch zum Mirsee - einen kleinen Salzsee und zu den Steilküsten des Naturparkes.  Wie ausgemacht erwartete uns bereits das Schiff in der kleinen Bucht. Die Crew ließ es sich nicht nehmen uns mit einer frisch zubereiteten mediterrane Nudelpfanne zu verwöhnen. Gut gesättigt und etwas müde von der 4 Stunden Tour, genossen wir die Weiterfahrt durch die inneren Kornaten mit ihrer atemberaubenden Kulisse und steuerten die Insel Ravni Zakan an.

 

So wie von unserem Skipper angekündigt erwartete uns auf der Insel ein ausgezeichnetes Restaurant, welches als kulinarischer Höhepunkt dieser Reise geplant war - und wir wurden nicht enttäuscht. Wir genossen zarte Lammkoteletts, feinen Fisch, Tomatensuppe, Risotto und saftige Steaks in edlem Ambiente. Dieser Tag war mit Sicherheit ein Highlight dieses Projektes - Natur in seiner höchsten Vollendung, ausgesprochen gutes Wetter, mediterranes Flair, maritime Erlebnisse  und feinste Speisen. Herz was willst du mehr!

 

Der letzte Tag: 

Wie gewohnt gab es wieder ein schmackhaftes Frühstück von der Crew, doch schon beim Morgenkaffee merkten wir, das Wind aufgekommen war. Unsere Skipper meinten, dass die Verhältnisse geradezu perfekt für einen Segeltörn wären und wir auf offener See mit Windstärken mit bis zu 30 Knoten rechnen können. Da wir ja mit einem zweikufigen Katamaran unterwegs waren, der auch bei stärkerem Seegang relativ ruhig im Wasser liegt, erklärten wir uns damit einverstanden die Segel zu hissen. Aus dem geschützten Inselreich gelangten wir nach einer halben Stunde zum Ausgangspunkt der Überfahrt von den Kornaten hinüber zur Insel Pasman.  Das Segelsetzen und die Wendemanöver waren beeindruckend - der Begriff Segelsport ist nicht zu weit hergeholt. Nach 2 Stunden erreichten wir die Bucht Landin. Obwohl unsere Skipper versuchten uns bei starkem Wind trockenen Fußes auf einem kleinen Anlegesteg abzusetzen, mussten wir schließlich aus Sicherheitsgründen mit dem kleinen Beiboot an Land gebracht werden. Dieses Manöver machte uns nichts aus, im Gegenteil es war aufregend und  ein Erlebnis für sich, das gerade bei so einer Reise nicht fehlen darf. Nahezu trocken konnten wir unsere Wanderstrecke auf der Insel Pasman  beginnen.  Auf der Wanderung aus dieser Bucht heraus waren wir froh erfahrene Guides dabei zu haben, denn viele kleine Wege und eine starke Vegetation machten das Orientieren nicht einfach. Mit GPS und Erfahrung erreichten wir den höchsten Punkt der Insel, der Lohn für den Aufstieg war, wie schon an den Tagen zuvor, die traumhafte Aussicht. Hinter uns die Inselwelt der Kornaten, unmittelbar vor uns ein altes Kloster und der Hafen der Insel Pasman und weit vor uns die kroatische Küste mit dem Velebit Gebirge. Nach dreieinhalb Stunden erreichten wir den Hafen von Tkon.  Wie besprochen, erwartete uns bereits  unsere Crew mit dem Schiff, das im geschützten Fischereihafen an einem Fischerboot längsseits lag. Der starke Wind hatte nun stürmische Züge angenommen und die halbstündige Überfahrt zurück nach Biograd war von großen Wellen begleitet und ließ einen Hauch von Abenteuer spüren . Sicher und gekonnt, wie bereits an den vorhergehenden Tagen, legten unsere Skipper das Schiff am Steg an und unser Heimathafen hatte uns wieder. Nun hieß es Abschied nehmen, die Taschen packen und uns auf unseren letzten Abend vorzubereiten. Mit einem gemeinsamen Abendessen, mit typischen kroatischen Speisen in einem Lokal, das hauptsächlich von Einheimischen besucht wird, ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren. 

 

Es war eine neue Erfahrung auf einem Katamaran abseits von touristischen Massen eine solche Tour zu machen.  Nach mehreren Tagen kann man das Leben am Schiff mit den Gegebenheiten einer Berghütte vergleichen. Die Schlafmöglichkeiten sind einfach, die Crew bemüht, das Frühstück reichlich und gut. Die Überfahrten waren kurzweilig und von den beiden erfahrenen Skippern auf  Sicherheit geplant und nach den Bedürfnissen der Gäste ausgerichtet.

Wer sich bei dieser Segel- und Wandertour hohen Komfort erwartet, wird möglicherweise enttäuscht sein, wer aber die Natur, den Wind, die Weite des Meeres und die Leidenschaft des Wanderns erleben möchte und bereit ist, Neues kennenzulernen, ist bei diese Tour gerade richtig.

 

Video zum Bericht hier klicken: https://www.youtube.com/watch?v=G__T-hWhT3M